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Familienbund der Katholiken
im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen

Tagespflege

Kindertagespflege ist eine familiennahe Form der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, insbesondere von Kindern bis zu zwei Jahren, im Haushalt der Tagespflegeperson, der Eltern oder in anderen geeigneten Räumen (§ 1 Abs. 2 ThürKitaG). In § 8 des Gesetzes ist zur Kindertagespflege geregelt:

(1) Anstelle oder in Ergänzung der Bildung, Erziehung und Betreuung in einer Tageseinrichtung können Kinder, insbesondere im Alter von unter zwei Jahren, in Kindertagespflege vermittelt werden. Dem Wahlrecht der Eltern bei der Auswahl einer geeigneten Betreuungsmöglichkeit soll weitestgehend entsprochen werden. Nach Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes sollen die Eltern auf eine altersentsprechende Bildung, Erziehung und Betreuung in einer Tageseinrichtung verwiesen werden.

(2) Eine Tagespflegeperson darf nicht mehr als fünf Kinder in Tagespflege betreuen.

(3) Die Eignung von Tagespflegepersonen sowie das Vorliegen der kindgerechten Räumlichkeiten prüft der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe oder eine von ihm beauftragte Stelle.

(4) Der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe wirkt darauf hin, dass die Rechte und Pflichten aus dem Tagespflegeverhältnis zwischen der Tagespflegeperson und den Eltern vertraglich geregelt werden. Im Fall einer öffentlichen Förderung schließt er zusätzlich eine Vereinbarung mit der Tagespflegeperson ab. Die Vereinbarungen nach Sätzen 1 und 2 sollen insbesondere die Erstattung der Aufwendungen der Tagespflegeperson, die Vergütung der Erziehungsleistung und den Abschluss einer Unfall- und Haftpflichtversicherung für Schäden, die im Zusammenhang mit der Tagespflege eintreten können, regeln.

Ergänzend zu dieser gesetzlichen Festlegung regelt die Thüringer Verordnung zur Ausgestaltung der Kindertagespflege (ThürKitapflegVO) einiges zu den Fragen der Qualifikation der Tagespflegepersonen, zur Erlaubniserteilung (Wer darf Tagespflegeperson sein?), Näheres zu räumlichen Ausstattung des Betreuungsortes, die Verpflichtung des Jugendamtes, bei Ausfallzeiten der Tagespflegeperson eine Betreuungsvertretung sicher zu stellen, sowie die Finanzierungsgrundsätze zur Kindertagespflege.

Neben Detailfragen wird von Eltern immer wieder das Problem thematisiert, dass Eltern nicht den Platz bei der von ihnen gewünschten Tagespflegeperson erhalten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Tagespflegeperson nicht in dem jeweiligen Landkreis (bzw. kreisfreie Stadt) wohnt. Diese Praxis widerspricht – bei aller Unterschiedlichkeit der jeweiligen Einzelfälle – dem Wunsch- und Wahlrecht der Eltern gem. § 4 ThürKitaG[1].

 


[1] § 4 ThürKitaG: „Die Eltern haben das Recht, im Rahmen freier Kapazitäten zwischen den verschiedenen Kindertageseinrichtungen sowie den Angeboten der Kindertagespflege am Ort ihres gewöhnlichen Aufenthalts oder an einem anderen Ort zu wählen. Sie haben den Träger der gewünschten Einrichtung und die Wohnsitzgemeinde unter Angabe der gewünschten Einrichtung über den Betreuungsbedarf in der Regel sechs Monate im Voraus zu informieren.“

 

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