Familienbund der Katholiken
im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen
Inklusion ist ein notwendiger Prozess. Die Kirche sollte Vorreiter bei der inklusiven Bildung sein
05.04.2011

Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) veröffentlicht ein Diskussionspapier als Ergebnis des Bundeskongresses

„Die KED unterstützt die Anstrengungen zu einer inklusiven Schule im Allgemeinen, ganz besonders aber auch aus christlicher Überzeugung heraus“, so fasste die Bundesvorsitzende Marie-Theres Kastner den diesjährigen Bundeskongress der Katholischen Elternschaft Deutschlands in München Freising zusammen. Die Umsetzung der Forderungen der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen und ihre Folge für die Schulen standen im Mittelpunkt der Tagung. Die etwa 80 Teilnehmer erhielten drei Tage lang vielfältige Experteninformationen, konnten sich austauschen und Antworten auf ihre zahlreichen Fragen erhalten.

Bei den Vorträgen und Diskussionen betonten Wissenschaftler, politisch Verantwortliche, praktizierende Pädagogen und auch erfahrene Eltern immer wieder, dass alle Kinder davon profitieren, wenn sie mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten gemeinsam und zugleich individuell gefördert werden. Allerdings waren sich auch alle darin einig, dass dafür noch vieles an Vorbereitung in den Schulen und um die Schulen herum passieren muss. Die UN-Konvention hat da nur einen Prozess eingeleitet, die Umsetzung wird mit Sicherheit noch viel Zeit benötigen.

„Inklusive Bildung kann aber nur gelingen, wenn immer das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht. Deshalb wird es nicht das eine allgemeingültige Angebot für alle geben. Bei jedem Kind muss genau hingeschaut werden, damit es eine passgenaue Lösung gibt. Das schließt eine Beibehaltung von Förderschulen genauso ein wie die Umgestaltung der Schulen in inklusive Schulen. Nur so kommen wir zu einem echten Wahlrecht der Eltern, wie die KED sich das wünscht.“, so die Bundesvorsitzende. „Inklusive Schulen brauchen adäquate Rahmenbedingungen, sonst bleibt alles stümperhaft“, betonte Kastner. Dazu fordert die KED die verstärkte Einbringung sonderpädagogischer Fachkompetenz in allen KiTas und Regelschulen, die verbindliche Qualifizierung der Lehrer, die professionelle Vorbereitung der Schüler und ihrer Eltern auf das neue Konzept, die bedarfsgerechte personelle Ausstattung der Regelschulen, deren bauliche Umgestaltung und kleinere Klassen.

„Die Kirche sollte bei der Umsetzung inklusiver Bildung eine Vorreiterrolle spielen, nicht allein in ihren KiTas und Schulen, sondern bei all ihren Bildungsangeboten, denn dieses Konzept entspricht dem christlichen Verständnis von sinnvollem Leben und Lernen“, so Kastner und verwies auf die bereits 2003 erschienenen Äußerungen der Deutschen Bischofskonferenz.

Als Ergebnis des Kongresses hat die KED ein Diskussionspapier veröffentlicht, zu finden unter www.katholische-elternschaft.de.

 

Der Bundesverband der katholischen Eltern (KED) versteht sich seit über 50 Jahren als Sprachrohr der Eltern in Bildungs- und Erziehungsfragen. Er setzt sich ein für Bildung und Erziehung auf der Grundlage christlicher Werte und darüber hinaus dezidiert für eine Verankerung der religiösen Bildung in unserem Schulwesen.


 

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