Familienbund der Katholiken
im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen
Zwei Drittel der Kinder bleiben außen vor!
25.09.2008

Deutscher Familienverband zum Kinderförderungsgesetz

Die Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes (DFV) bringt auch die Position des Familienbundes deutlich zum Ausdruck und wird deshalb - mit dankenswerter Zustimmung des Thüringer Landesverbandes des DFV - hier veröffentlicht:

 

 

(Berlin). Vor der Bundestagsabstimmung zum Kinderförderungsgesetz, mit dem die bundesgesetzlichen Grundlagen für die angekündigte Krippenoffensive geschaffen werden sollen, warnt der Deutsche Familienverband vor einer deutlichen Schieflage bei der Förderung junger Familien: „Das Kinderförderungsgesetz ist ein Torso, weil es Angebote bewusst nur  für solche Kinder schaffen will, deren Eltern erwerbstätig sind und sich für eine außerhäusliche Betreuung entscheiden. Eltern, die ihre Kleinkinder  selbst betreuen, stehen im Regen. Wahlfreiheit geht anders“, so der Präsident des Verbandes Dr. Albin Nees.

 

Bei ihrer Bedarfsplanung geht die Bundesregierung selbst davon aus, dass zwei Drittel und damit die große Mehrheit der jungen Familien ihre Kinder während der ersten drei Lebensjahre, also während der arbeitsrechtlich geschützten Elternzeit, selber betreuen. Aber während für einen Krippenplatz  pro Monat mindestens 700 Euro an staatlichem Geld eingesetzt werden, gibt es für Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen und dafür auf Lohneinkommen verzichten, nur das vage Versprechen, ab 2013 ein noch nicht näher beschriebenes und beziffertes Betreuungsgeld einzuführen. Anders als beim Krippenausbau fehlen für die Umsetzung dieses Versprechens zudem alle verbindlichen Planungsvorgaben. „Diese Familien brauchen nicht erst in fünf Jahren eine vage umrissene finanzielle Unterstützung, sondern jetzt eine gute und ausreichende Förderung“, betont Nees.

Das Kinderförderungsgesetz enthält zudem keinerlei qualitative Vorgaben für die geplanten Betreuungsangebote. Es ist zu befürchten, dass unter den Ländern jetzt ein Wettrennen um die größten Krippengruppen losgehen wird. Die hochgekochte Detaildiskussion um die Förderung privater Betreuungsangebote verschleiert das eigentliche Problem, nämlich, dass über die richtigen Betreuungskonzepte in den wichtigen ersten Lebensjahren des Kindes nicht die Eltern entscheiden, die dafür laut Verfassung erstzuständig sind, sondern anonyme Planer.

„Wir fordern, die Entscheidung darüber, welche Betreuung für ein Kind am besten ist, endlich in die Hände der Eltern zu legen. Dafür ist das beste und sauberste Instrument nicht nur aus familienpolitischer, sondern auch aus ordnungspolitischer Sicht eine von der Betreuungsform unabhängige Leistung, die direkt bei den Eltern ankommt und über die sie selbst frei entscheiden können: Sei es, dass sie sich persönlich um ihre Kinder kümmern und Einkommensausfälle abfedern, sei es, dass sie sich eine liebevolle Tagesmutter oder eine gute Krippe suchen“, argumentiert Verbandspräsident Albin Nees.

 


 

Newsletter

Möchten Sie regelmäßig familienpolische Informationen erhalten?

Name:

Email:

 

Sind sie registriert und möchten keine Emails mehr erhalten, dann klicken Sie hier!
letzte Änderung: