No records found in storage folder! Papst-Schreiben an die Familien:
Familienbund der Katholiken
im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen
Papst-Schreiben an die Familien:
08.04.2016

Eine Botschaft mit Liebe und Bodenhaftung!

Der Familienbund der Katholiken begrüßt das heute veröffentlichte Papst-Schreiben „Über die Liebe in der Familie“ als eine herausragende und zukunftsweisende Botschaft an die Welt und die Kirche. „Ich freue mich, dass in diesem Schreiben die Liebe zum Maßstab gemacht wird – und nicht nur moralische Gesetze. Ich freue mich, dass stärker auf die Menschen und ihre individuellen Lebenslagen geschaut wird als auf den Wortlaut einer allgemeinen Norm. Papst Franziskus hat wieder das in den Mittelpunkt gerückt, wofür unsere Kirche stehen soll: Eine Spiritualität der Liebe. Er wirbt für ein Klima des Verstehens, nicht der Ausgrenzung. Statt Verurteilung und Entmutigung setzt er auf eine Kultur der offenen Arme“, so der Präsident des Familienbundes der Katholiken, Stefan Becker.

„Papst Franziskus stellt unmissverständlich klar, dass das Wohl der Familie entscheidend ist für die Zukunft der Welt und der Kirche. Er wendet sich an uns in seiner ihm eigenen Art mit einer lebendigen Botschaft voller Liebe und Verständnis und spricht in deutlichen Worten mit Bodenhaftung. Franziskus beschreibt mit hoher Sensibilität und sehr engagiert die zahlreichen Lebenswirklichkeiten der Familien. Er prangert offen die Missstände an, die Menschen und ihre Familien unter Druck setzen und beschädigen und fordert deren Beseitigung. Er macht jungen Menschen Mut, Ehe und Familie aus Liebe und Freude zu leben, und nicht, um zuerst Konventionen der Gesellschaft und Vorschriften der Kirche zu erfüllen. Sein Schreiben atmet einen frohen und frischen Geist, der uns hoffnungsvoll nach vorne schauen lässt", kommentiert Stefan Becker.

Es zeigt sich erneut, dass Papst Franziskus nah bei den Menschen ist, so Becker. Die Liebe und die Beziehung der Menschen zu Gott und untereinander stehen im Mittelpunkt seiner Botschaft. Es ist wohltuend, dass er sich in den beiden zentralen Kapiteln "Die Liebe in der Ehe" und "Die Liebe, die fruchtbar wird" nicht in theologischen Abhandlungen verliert, sondern eine verständliche Erklärung des Wesens der Liebe und einen praktischen Leitfaden für das Gelingen von Beziehungen gibt – von der richtigen Kommunikation der Partner bis zur Aufforderung, den Partner in seiner persönlichen Veränderung zu begleiten. Er macht deutlich, dass Ehe und Familie immer eine dynamische Beziehung ist, die viel Pflege und Vertrauen braucht, damit sie wachsen kann.

Nachdrücklich fordert Franziskus von der Politik, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die Jugendlichen eine Perspektive geben, damit sie Familie leben können. Er betont die besondere Verantwortung von Gesellschaft und Kirche für Menschen in Not- und Belastungssituationen. Als familienpolitischer Verband verstehen wir dies als erneute Aufforderung, uns politisch für die Rechte und das Wohlergehen der Familien einzusetzen.

In der Pastoral gehe es Papst Franziskus nicht in erster Linie darum, kirchliche Rechtsvorschriften mit aller Macht durchzusetzen, sondern die Menschen zu verstehen und zu lieben, so Becker. Es stellt klar, dass er von seiner Kirche kein starres Festhalten an Dogmen erwartet, sondern ein Verständnis und eine Anerkennung der Lebenswirklichkeiten der Menschen. Franziskus eröffnet gleich zu Beginn seines Schreiben die Möglichkeit, dass "in jedem Land oder jeder Region besser inkulturierte Lösungen gesucht werden (können), welche die örtlichen Traditionen und Herausforderungen berücksichtigen“ (S.2). Auch seine Ausführungen über den Umgang mit Zerbrechlichkeit öffnen Spielräume für pastorale Entscheidungen unter Berücksichtigung der individuellen Situation der einzelnen Menschen. Es zeigt sich hier, dass der vorangegangene Diskussionsprozess nicht umsonst war. „Der Papst hat gehört und verstanden, was Familien ihm sagten. Dieses Schreiben ist weder ein Machtwort noch ein Schlusswort, es wird die Basis und der Leitfaden für die Zukunft des familienpastoralen und familienpolitischen Handelns der Kirche sein", so Stefan Becker.


 

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