Familienbund der Katholiken
im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen

EduPART

Erfurt, den 29. Juni 2007 

Wissens- und Erfahrungstransfer zur Elternbildung in Europa

Konferenz zum Abschluss eines
Partnerschaftsprojektes in Erfurt

„Wir haben viel voneinander gelernt. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen ist für mich das entscheidende Ergebnis von zwei Jahren Partnerschaft. Es ist spannend und bereichernd zu erleben, wie die Arbeit mit Familien unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen gelingen kann. Wir werden die Ergebnisse im Herbst in einer eigenen Dokumentation veröffentlichen.“ Dr. Kurt Herzberg, Landesgeschäftsführer des Familienbundes der Katholiken im Bistum Erfurt und im Freistaat Thüringen, zieht Bilanz einer internationalen Lernpartnerschaft.

Zur Abschlusskonferenz des Austauschprojektes mit dem Titel „EduPART. Educational partnership activates families“ trafen sich vom 26. bis 29. Juni 2007 in Erfurt insgesamt 11 Vertreter aus Familieneinrichtungen in Vilnius (Litauen), Lublin (Polen), Wien (Österreich) sowie aus Mainz und dem Thüringer Familienbund der Katholiken.

Innerhalb von zwei Jahren haben sich Multiplikatoren der Einrichtungen über die Situation der Familien in den jeweiligen Ländern ausgetauscht und nach den Auswirkungen auf die Familienbildungsarbeit gefragt. Als Praxistransfers wurden Methoden und Ansätze der Arbeit gegenseitig vorgestellt und auch konkrete Umsetzungshilfen zur Übertragung gegeben. Bei zwei internationalen Familienkonferenzen wurden die Familien selbst in den Austausch und die Begegnungen einbezogen.

Als gemeinsame Grundüberzeugung wurde die ressourcenorientierte Sicht auf Eltern betont. Herzberg: „Wenn wir Eltern zum verantwortlichen Mittun aktivieren wollen, müssen wir ihnen im positiven Sinne etwas zumuten und dürfen nicht ständig die Schwachstellen und Fehler herauskehren.“ Herzberg, der das Gesamtprojekt koordinierte, weiter: „Dass dieser Ansatz erfolgreich sein kann, wurde beispielsweise in der Arbeit mit einer Familienselbsthilfegruppe aus Polen, die an der ersten Familienkonferenz teilgenommen hatte, eindrucksvoll nachgewiesen.“

Rimante Eidukevičiūtė, Leiterin des Familienhilfszentrums der Matulaitisgemeinde in Vilnius (Litauen) meinte: „Das Projekt EduPART gab uns die Möglichkeit über den Wert und das Verständnis von Familien in den unterschiedlichen Ländern Europas zu sprechen. Familie ist die Grundlage für menschliches Wachstum und wir sollten Sorge dafür tragen, dass möglichst mehr Kinder in guten und glücklichen Familien aufwachsen. Das Projekt zeigte litauischen Familien mehr Wege auf, Partnerschaft zu leben und anderen Familien zu helfen. Ich glaube, dass der Austausch über die Bedürfnisse und Probleme von Familien noch öfter als derzeit geschehen sollte. Ich hoffe, wir werden die Arbeit, die wir in diesem Projekt begonnen haben, fortsetzen können.“

Dr. Anna Pawlak, Leiterin des Kommunalen Familienhilfsnetzwerkes MOPR in Lublin (Polen), betonte am Abschluss die grundsätzliche Dimension der Projektarbeit: „Im Rahmen des Projektes haben wir nach Möglichkeiten und Methoden gesucht, wie man Familien stärken kann. Ich glaube, dass die Arbeit, die wir gemacht haben, effektiv und erfolgreich verlief und ein Beitrag dazu sein kann, dass die Familie in der Zukunft stark, gesund und glücklich sein kann. Heutzutage ist für Europa eine ‚gesunde und starke’ Familie besonders wichtig. Eine solche Familie trägt zur Entwicklung und zum Glück der kommenden Generationen bei.“

Erich Berger, Leiter der Akademie für Familienpädagogik in Wien (Österreich), nahm ebenfalls Bezug auf die großen Ziele: „Kompetente christliche Familien gestalten Europa. Dieser Vision eines lebens- und liebenswerten Europas sind wir in diesem Projekt einen kleinen Schritt näher gekommen. Wir fangen bei uns an, sagten sich fünf Familienorganisationen aus vier Ländern. In den eigenen kleinen Wirkungsbereichen und im Miteinander der Partner wurden Wertschätzung, Bereitschaft von einander zu lernen und Verantwortung zu übernehmen praktisch gelebt.“

Klaus Heizmann, Geschäftsführer des Katholischen Familienbundes in Mainz (Deutschland), betont die Auswirkungen den direkten Begegnungen: „Das Austauschprogramm brachte Europa life, weil wir am Leben und Arbeiten der Partner teilnahmen. Das ist etwas ganz anderes, als entsprechende Berichte über ein Land zu lesen. Ich bin erstaunt, was jetzt schon durch die Partnerschaftstreffen gerade auch der Familien an konkreten Projekten und Entwicklungen ausgelöst worden ist.“

Gefördert wurde der Austausch von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Grundtvig. Herzberg ist sicher, dass die Partnerschaft über die geförderte Projektphase hinaus fortwirken wird.

Zum Bild: Infos aus erster Hand: Über die Situation der Familien in Polen, Litauen und Österreich berichteten am 27. Juni 2007 die Teilnehmer der Konferenz vor Vertretern von Familienkreisen der Katholischen Pfarrgemeinde in Ilmenau.

 

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